Dienstag, 11.01.2011
Die böse 3...
es mag daran liegen, das ich noch allein bin, bis mein Mann nach hause kommt...
Es mag daran liegen, das ich unter Nikotinmangel leide...
Es kann aber auch einfach sein, das der 30. persé ein beschissener Geburtstag ist!
Ich geh wieder ins Bett...
Freitag, 29.10.2010
Unser Hugo
Hugo ist ein lauffreudiger, neugieriger, verschmuster Hund, der immer unsere Nähe sucht, absolut verfressen, ein wenig eigensinnig, aber total lieb und extrem freundlich mit anderen Hunden.
Bis dato sind wir davon ausgegangen, (denn das war auch die Info von der Pflegestelle, von wo wir ihn haben) dass Hugo ein Mix aus Beagle und französicher Bulldogge ist und es gab gar keinen Grund daran zu Zweifeln.
Hugo's Bruder Murphy, der auch in der Familie unter gekommen ist und genau die gleichen Charakterzüge zeigt, kommt sogar noch stärker nach dem Beagle, hat z.B. den Beagle typischen After und ist etwas schlanker gebaut. Beide haben einen starken Unterbiss, den sie vermutlich von einer franz. Bulldogge geerbt haben.
Nun waren wir gestern bei der neuen Tierärztin vor Ort und sie meinte entschieden und etwas schroff, Hugo wäre definitiv ein KAMPFHUND, auch wenn das unter uns bliebe...
Ich war völlig perplex und versuchte das zu widerlegen, aber sie ließ meine Argumente gar nicht gelten. Hugo sei ganz eindeutig eine spezielle Art von amerikanischer Bulldogge.
Ich kann das immernoch nicht glauben und frage mich, wie kompetent eine Tierärztin ist, die noch nicht mal die Rasse eines Hundes bestimmen kann...
Hugo, ein Kampfhund... tz
Das ist unser Sprinter...

ausgewachsen ist er auch bereits...

der böse Blick....

Hugo und Murphy...




der Kampfschmuser...

Montag, 20.09.2010
Örtlichkeiten
Gäste WC

Badezimmer... Irgendwann machen wir noch dunkelgraue Bodenfliesen rein...




Langsam kehrt ein bisschen Gemütlichkeit ein...
Wir waren und sind weiter fleißig, der Umzug ist fast abgeschlossen, jetzt muss nur jedes Ding seinen neuen Platz um neuen Haus finden.
Hier schon mal die ersten Bilder aus unserem Wohnzimmerbereich, wo langsam schon ein bisschen Gemütlichkeit einkehrt...

Hugo mag es jedenfalls, ein wenig wärmenden Teppich unterm Hintern zu haben...


Und so schaut bis dato unser Bücher/TV Wand Raumtrenner aus....


Samstag, 28.08.2010
Wir bitten zu Tisch...
Die Stühle sind eine freundliche Leihgabe von Schwiegervati, damit der Tisch nicht so einsam an seinem neuen Platz steht.
Und ich bin total happy!
Darf ich zu Tisch bitten?

Mit Blick auf den Küchenzauber...


Links kommt dann noch irgendwann ein Sideboard hin und ein schönes Bild an die Wand und rechts noch die Regalbretter in den Raumtrenner für unsere Bücherwand...

Et wird, et wird...
Donnerstag, 26.08.2010
Sweet Dreams...
Kommse rein...

Hugo's Körbchen hat natürlich auch ein Plätzchen im Schlafzimmer gefunden...

Und obwohl heute total schlechtes Wetter ist, alles grau in grau und Regen, sieht es so aus, als ob in unserem Schlafzimmer immer ein bisschen die Sonne scheint!

Und endlich Platz satt für die Klamotten in unserem Ebay- Schnäppchen!

Na dann, gute Nacht! :-)

Montag, 23.08.2010
we proudly present...
Jaaa, sie steht endlich! Und ich freue mich schon riesig darauf meinen Mann, die Familie und unsere Freunde demnächst zu bekochen! ... und unsere Nachbarn.... und die Postbotin... und den Mann, der gegenüber den Rasen pflegt... und die Kassierer vom Penny Markt... und....










Samstag, 14.08.2010
Et wird langsam....
Links Eingangstür, dann Tür zum Gästebad und rechts kommt die offene Küche hin...

Blick aus dem Essbereich heraus, quasi...

Essbereich mit Raumtrennder Element. Da kommen noch Regalbretter rein, dann ist es ein Bücherregal.

Und von der anderen Seite ist der Raumtrenner dann die TV Wand.

Links also Essbereich, rechts kommt der Wohnzimmerbereich hin.

Hier, offener Küchenbereich.

Blick von der Küche in den Raum.

Das Farbambiente:

Sonntag, 08.08.2010
Tapezieren ist ein Arschloch!
Am Donnerstag habe ich mit sehr viel Mühe und Geduld im angehenden Kinderzimmer tapeziert... Eine heiden Arbeit, ein Kampf und Krampf.... Scheiß blöde Arschlochtapete hatte immer wieder kleine Fältchen oder überlappte an der Naht, egal wieviel Mühe ich mir gab.... Egal... Am Abend dann die tapezierte Wand getrichen...
Nur um am Freitag fest zu stellen, dass das Ergebnis wirklich blöd aussah, habe dann also einfach alle Tapeten wieder von den Wänden gerissen und das Zimmer lediglich getrichen... die blöde VOLKSFARBE von Alpina in "melone" (ich würde es im trockenen Zustand eher "entenkükengelb" nennen!) musste ganze 4 mal über die gräuliche Wand getrichen werden, damit sie auch ordentlich deckte...
Samstag kam Marvin Bruderherz dazu, um ein bisschen mit an zu packen....
Die Arschloch- Tapete für knapp 7,- EUR/ Rolle habe ich im Baumarkt umgetauscht und eine für knapp 10,- EUR / Rolle gekauft, fürs Arbeits-/Gästezimmer. Die lässt sich wirklich um einiges besser verarbeiten und ich kam am Wochende immerhin dazu, das Zimmer schon mal halb zu tapezieren... Und teilweise zu streichen....
ich WEIß, etwas unorthodoxische Vorgehensweise, man sollte sicher erst fertig tapezieren, bevor man streicht, aber mit meiner Methode, hat man früher eine Idee, wie das Ergebnis später aussieht... quasi für Ungeduldige...
und so wurde am Wochenende schon mal das Kinderzimmer so gut wie fertig gestellt... Und das Arbeits- / Gästezimmer zu 1/4....
Uli vor entenkükengelben Wand im zukünftigen Kinderzimmer...

Das Zimmer ist nur teilweise gelb, die Schräge bleibt in dem gebrochenen Weißton....

Das Zimmer ist übrigens deshalb gelb gestalten, weil es dann egal ist, ob wir mal ein Mädchen oder einen Jungen bekommen oder Beides.... Das wird dann nämlich ein Winnie POOH Zimmer! juhuuu....

Da wäre Platz für ein oder zwei Bettchen....

By the way, Schlafzimmer ist soweit fertig renoviert...

Und das wird das "Malediven- Look" Arbeits-/ Gästezimmer.... ein pinselnder Marvin ->

Mittwoch, 04.08.2010
Hugo WILL ja helfen....
Er war ja durchaus sehr gewillt zu helfen und bemüht, die Niveliermasse in der angehenden Küche noch etwas nach zu glätten, aber nachdem wir davon nicht so begeistert waren, hat er nun ein bisschen Schiss, noch mal was falsch zu machen beim Renovieren...


Uli, begeistert von der Arbeit und von Hugo's Hilfe.

Aus dem "Rohbau" wird ein Zimmer
Was zwischenzeitlich geschah:
am Wochenende hat sich Uli um die kniffelige Elektrik im Obergeschoss gekümmert und ich habe schon mal fleißig das Schlafzimmer getrichen. Zudem haben wir die Decken gestrichen, und Kinder- und Arbeitzimmer jeweils mit Tiefengrund und Wechselgrund bearbeitet, da wir die 2 Räume tapezieren wollen.
Am Montag war ich dann mal wieder in Aachen, Wäsche waschen, im Baumarkt einkaufen etc.
Gestern hatte ich eine persönliche Premiere, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben tapeziert und zwar eine Venyl- Struktur- Tapete im Schlafzimmer,
dann haben Uli und ich am Abend noch die Dampfsperre und den Trittschall im Schlafzimmer verlegt und angefangen, die ersten 5 Reihen Lamitnat zu verarbeiten.
Und heute bin ich fleißig dabei, das Laminat selbst weiter zu verlegen. Dabei habe ich einen hilfreichen Freund, und zwar einen Eimer Farbe, der mir dabei hilft, die Reihe Laminat, die ich zusammen setze, in den vorhandenen Boden ein zu klicken. Der Eimer Farbe stabilisiert dabei die Reihe, weil ich sonst 4 Hände benötigen würde, die ich nicht habe.... Und Hugo will immernoch nicht helfen.... :-(
Hier also der IST- Zustand vom Schlafzimmer.
Hurra, wir haben eine Decke:

Und hier wird noch eine Tür eingesetzt:

Links, an die Wand kommt der 3m Kleiderschrank.

Rechts, die Wand, an die dann unser neues, cremeweißes Polsterbett von Esprit gestellt wird.

*stolz* die Wand, die ich tapeziert habe. Unten im Bild sieht man auch meinen Laminat Helfer "Eimer Farbe"!

Ich finde, der Boden harmoniert sehr gut mit der Wand... ich freue mich schon total aufs fertige Ergebnis!

Ganz rechts in die Ecke, neben unser Bett dann, kommt übrigens Hugos Körbchen...

Freitag, 30.07.2010
AUA, Mamaaaa!
Mein Aufschrei nach einem Haltegriff, zum besseren rein und raus steigen aus der Wanne hat Uli nur quittiert mit dem Satz: "Wir brauchen keinen Haltegriff, wir sind doch noch jung!" seufz....

Zimmer geteilt
jedenfalls sind ist der großen Raum im Dachgeschoss nun bereits in Kinder- und Schlafzimmer geteilt, und wenn heute das Spachteln noch ein Ende findet, kann ich morgen gemeinsam mit Uli das Schlafzimmer streichen und evtl. sogar schon den Laminat im Schlafzimmer verlegen... Wer weiß, vielleicht ist unser Schlafzimmer dann am Sonntag Abend schon komplett bezugsfertig???
Die neue Trennwand im Schlafzimmer...

Der Blick vom Flur...

Unser neuer Mini-Flur...

Das neu entstandene Kinderzimmer....

Blick zur Tür des Kinderzimmers...

Wer weiß, wie lange es noch dauern wird, bis da ein kleines Babybettchen steht?...

Montag, 26.07.2010
Status Quo
Heinzelmännchen, haut weiter so fleißig rein, dat wird schon!
Hier das zukünftige Schlafzimmer, bzw. der Raum, der dann etwa mittig in Schlaf- und Kinderzimmer getrennt wird. Der Boden ist mit etwa 2 cm Ausgleichsmasse begradigt, die offenen Dachbalken mit Trockenbau geschlossen und darüber auch schön dick isoliert.
Das künftige Kinderzimmer...

Das Büro/ Gästezimmer...
Der Bereich für die offene Küche...
Ja, das wird mal eine schöne Küche, daran glaub ich ganz fest...

Hier ensteht ein Raumtrenner, der von einer Seite als Bücherregal und von der anderen Seite als TV Wand fungiert und den Wohnbereich ein bisschen vom Essbereich separiert

Da, an die Wand neben dem Karmin kommt ein gemütliches Sofa zum relaxen... später...

Übrigens, da Hugo partou nicht helfen will bei den Bauarbeiten, darf er auch nicht durchs Haus laufen und der arme, arme Hund hat nur den ca. 400qm Garten und die Küche im Erdgeschoss, um sich die Beine zu vertreten... Ich hoffe, wir werden nicht als Tierquäler angezeigt...

Mittwoch, 21.07.2010
Heinzelmännchen zu Besuch
am letzten Wochenende haben Uli und ich schon mal unseren zukünftigen Laminatboden ausgesucht und freuen uns schon darauf, wie schön das nachher aussehen wird. Dann hat er schon einige neue Elektroleitungen verlegt und als echtes Highlight haben wir zum ersten Mal im neuen Haus, im neuen Garten und mit unserem neuen Grill ein paar Würstchen gebräunt.
Seit Anfang der Woche haben wir nun unsere persönlichen Heinzelmännchen zu Besuch. Der 2 Mann Trupp plus Chef ist wirklich fleißig, ordentlich und flott und schwer beschäftigt damit, Trockenbau Decken zu fertigen, Wände zu stellen, Löcher auf zu stemmen und andere zu verputzen etc.
Sie leisten wirklich gute Arbeit und haben heute mal eben 110 Säcke a 25 Kilo Ausgleismasse ins 1. und 2. Obergeschoss geschleppt, innerhalb von 15 Minuten. Ich wollte ja gerne helfen, doch nach dem 4. Sack dachte ich, ich breche zusammen. :-) Die 2 Arbeiter Heinzelmännchen sind auch echt nett, sie wollten gar nicht, das ich tragen helfe (vermutlich weil ich dabei so langsam war! ...grins...)
Ab morgen werden sie wohl die Böden entsprechend mit der Masse ausgleichen. Konnte ja niemand wissen, das der Boden unter dem Parkett in einem derartig schlechten, krummen und schelen Zustand ist, das man um diese größere Investition von schlappen 3400,- EUR nicht herum kommt.... seufz...
Aber es geht nun schon sichtbar weiter voran.... und wenn es in dem Tempo weitergeht, kann ich Anfang bis Mitte nächster Woche schon anfangen zu streichen... yeahh...
Hier der Beweis, erstes Grillgut auf dem neuen Grill (interessant, auf dem Foto sieht der Garten gar nicht so wüst aus, wie in Wirklichkeit!)
Beim Verputzen des ersten Grillguts:

Samstag, 17.07.2010
Abrissarbeiten
Abgesehen davon, das mein Körper sich anfühlt, als würde er jeden Moment in seine Einzelteile auseinander bersten....
Wie einige ja wissen, ist am Mittwoch über NRW ein Sturmtief hinweg gezogen und tatsächlich gab es am Donnerstag örtlich auch Tornados. Also eigentlich nur einen und den auch nur in unserem Haus. Der partielle Tornado hieß Reiner oder unter Fachleuten auch "Schwiegervati".
Dieser Minitornado fegte durch das erste Geschoss und entfernte mit brachialer Gewalt den gesamten Parkettboden, durch den ich so mühevoll mit der Handkreissäge meine Schneise geschlagen hatte.
Und heute, am Freitag tauchte er wieder auf, und zerstörte in windeseile den kompletten Parkett im Schlaf- und Kinderzimmer.
Kurzerhand war ich somit degradiert vom Super-Chef-Säge-Mädchen zum Holzplanken-runter-Schlepper-Girl, aber das war definitv die wesentlich schnellere Methode und ich bin Tornado-Schwiegervati sehr sehr dankbar....
Foto vom Tornado in Action:


Holzberg bereit zum Runter schleppen:

Ich, verschwitzt, nach dem schleppen:

Dienstag, 13.07.2010
Los geht's!
Und endlich kann es losgehen. Trockenbau Material für die Handwerker ist bestellt und kommt am Donnerstag, die Handwerker beginnen am Wochenende und für mich startete es heute.
Der alte Parkettboden muss raus und das sollte ich auch ohne Uli hin bekommen, der unter der Woche ja in Nürnberg arbeiten muss.
Ich begann hoch motiviert:

Zuerst muss dieser Boden raus:

Mit dem vorhandenen Werkzeug bekam ich zwar problemlos die Leisten ab, aber irgendwie wollten die dämlichen Parkettplanken sich nicht von einander lösen lassen, ich nehme mal an, durch die Versiegelung. Also ab in den Baumarkt, Handkreissäge gekauft, wieder nach Hause, und neuer Versuch, entsprechend gerüstet:

Und jaaaa, erster Erfolg, der erste Schritt in Richtung "neues Zuhause fertig stellen":

Puuuuuuhhhhh..... Schweißtreibend...

Langsam, langsam gehts vorran.... aber dat wird schon...

Sauber bleibt man jedenfalls nicht bei diesem Job...

Aber für heute ist Feierabend, und Hugo und ich werden uns jetzt erst mal im Justiz Park ein bisschen entspannen....
Montag, 28.06.2010
Wohnung in Hürth- Hermühlheim zu vermieten
Die Fakten:
55qm, 2 Zimmer
Erdgeschoss in 2 Familienhaus
Tageslicht Duschbad
Schöne Einbauküche
Kleiner Balkon mit Zugang zum Garten
Gartenmitnutzung
Böden gefliest bzw. Pakett im Schlafzimmer
Fernwärme
Gute Verbindung ÖPNV zur Kölner Innenstadt
Hund herzlich willkommen,
sofern er sich mit unserem "Hugo" versteht
Direkt vom Eigentümer,
480 EUR kalt
100 EUR Nebenkosten
3 1/2 Monatsmieten Kaution
Keine Provision
Fragen stellen oder einen Besichtigungstermin vereinbaren können Sie unter:
0151/ 56101386

Hausansicht

Flur
Küche
Balkon und Gartenansicht
Badezimmer

Wohnzimmer
Schlafzimmer

Donnerstag, 04.02.2010
Indien - ein Resumé
Noch vor einem Jahr, vielleicht sogar vor genau einem Jahr, möglich wäre es, vergrub ich meine Zehen in indischen Sand.
Touristen Sand, an einem touristen Strand.
"Ideal Beach", ein Zufluchtsort unweit vom Trubel Chennai's, den wir immer wieder gerne aufsuchten um dem indischen Chaos für ein paar Stunden zu entgehen, um in einer Hängematte unter Palmen vom seichten Wind gewiegt zu werden, separiert mit anderen Ausländern, den Blick auf die Weite des Meeres oder in das satte Grün des Palmdachs über uns gerichtet, oder vertieft in ein Buch, das von Zuhause erzählt oder versunken in einem Tagtraum, in dem man den Gesichtern seiner Lieben begegnet.
Raus, weg, Flucht, zu diesem Ideal, dem "Ideal Beach", so oft wie möglich.
Bis es nach 2 Jahren Leben in Indien wieder möglich war, nach Hause, nach Deutschland zurück zu kehren, zurück zu flüchten.
Ja, ich bin geflüchtet, ich habe reiss aus genommen vor Indien, habe mich nicht verabschiedet, habe das Land nur hinter mir gelassen, raus, weg, schnell.
Und dann nicht mehr daran denken, dann wieder einfädeln in die westliche Zivilisation, im Gleichstrom abtauchen. Unbeachtet in der Menschmenge bewegen, konsumieren, wieder rein passen ins altbekannte, altvertraute Bild.
Und nach Wochen, ja Monaten betrachte ich die Fotos, die wir in Indien gemacht haben zum ersten Mal wieder.
Indien. In unzähligen Büchern und Berichten habe ich mir Indien erzählen lassen von Autoren, Reisenden, Entdeckern und Einheimischen. Selbst vor Ort zog ich mich zurück, las und ließ mir erzählen was vor meiner Haustüre geschah. Und nur selten öffneten sich meine Augen und meine Tür für eigene Eindrücke und ließ ich mich von dieser Woge aus Farben, Hitze, Lärm, Duftnoten und Menschen mitreißen.
Indien. Manche behaupten, entweder liebe oder hasse man Indien. Ich würde sagen, zumindest lässt dieses Land und seine Menschen Niemanden, der einmal da war, kalt.
Indien hat an mir gerüttel, hat mich geschüttelt, hat mit mir gerungen, nicht von mir abgelassen, so sehr ich auch versucht habe mich zu verschließen und hat letztlich etwas in mir aufgebrochen und mich sogar einige Zeit lang niedergestreckt.
Das Schönste und das Schlimmste, was ich in Indien erlebt habe, war die Begegnung mit mir selbst. Mich selbst zu begreifen, durch Situationen und Umstände, die ich bis dato nicht kannte. Meine Ausmaße, die besten und schlechtesten Charaktereigenschaften sah ich noch nie in derartiger Deutlichkeit vor mir.
Ich habe zuvor nicht gewusst, wie wütend mich Ungerechtigkeit macht, wie tief sich Mitgefühl anfühlt, wie schnell man sich an Elend gewöhnt, wie sehr ich mich angewiedert fühlen kann von einem anderen Menschen, wie unangehm es für mich ist, ständig heraus zu stechen und beobachtet zu werden, nur aufgrund meiner Herkunft. Wie kleinlich und wie großzügig ich sein kann. Wie liebend, wie verachtend, wie urteilend.
Niemals zuvor, war ich so lange mit mir allein, war ich bar jeder Aufgabe und Verantwortung, war ich bar einer Identität.
Ich glaube, ich bin in Indien einem Gott sehr persönlich begegnet. Shiva. Der Gott mit der guten und der schlechten Seite, der Gespaltene, der Zerstörer, der vernichtet, damit Neues enstehen kann. Und nachdem so viel in mir niedergerissen wurde, bin ich zurück nach Deutschland geflüchtet und habe meine Wunden geleckt. Und tue es noch.
Zeit, für den Neuanfang.
Mittwoch, 02.09.2009
Hallo, ihr da draußen!
Wenn ich mich vorstellen darf:
Mein Name ist HUGO!
Ich bin am 01.06.2009 geboren, mein Papa war ein Beagle und meine Mama eine französische Bulldogge.
(und nein, ich habe kein Nasenpiercing, das sieht nur so aus!)
Hier bei Mona und Uli habe ich direkt mein neues Körbchen bezogen. My Körbchen is my castle, quasi!
Und ich gestehe, ich bin ein Messi! Alles was ich finde, horte ich in meinem Körbchen...
Wenn ich nicht gerade selber drin liege und vor mich hin schnarche...
Na gut,NUR schlafen ist ja langweilig.

Fressen und Knochen knabbern ist auch toll.
Und schmuuuuuuuuusen liebe ich...

So Leute... jetzt lerne ich mal weiter, wie ich es schaffe, kein Pipi mehr in die Wohnung machen... Aber ich halte euch weiter auf dem Laufenden, wie es so klappt mit den Haegers.
Ich soll euch auch noch von Mona ausrichten, dass sie noch ein Abschlussresumé über ihre Zeit in Indien verfassen wird und auch mal wieder von Uli und sich berichten wird in den nächsten Tagen.
Bis dahin,
Euer HUGO
Dienstag, 23.06.2009
Zu Gast im Paradies
Trotz der relativen Größe der Insel, lag unser Bungalow in einer sehr ruhigen Ecke mit viel Privatsphäre.

Und nach einem herrlichen Flug mit dem Wasserflugzeug und einer kurzen Bootsfahrt...
checkten wir ein in unsere Bleibe für 7 Tage.

Der Ausblick vor unserer Haustür war vielversprechend...
Und die Szenerie nach nur wenigen Schritten, hätten wir uns nicht schöner träumen können!

Hier waren wir also angekommen, im Paradies... Und was kann man im Paradies am Besten tun? Richtig.... GAR NICHTS! Ausser relaxen, entspannen, chillen, genießen, durchatmen, wohl fühlen...
Natürlich wollten wir es uns nicht entgehen lassen, auch die Unterwasserwelt der Malediven zu erkunden und wir beide haben uns frisch verliebt.... in die farbenfrohe Corallenlandschaften, die interessanten und verspielten Fische, ins Schnorcheln ansich.
Wir waren ja noch klug genug, ein T-Shirt und Shorts beim Schnorcheln zu tragen, allerdings haben wir bei der Euphorie nicht bedacht, das nach 3 Stunden bauchlinks im Wasser, die Rückseite der Beine unter der Sonneneinstrahlung leiden könnte.
Hier das schmerzhafte Ergebnis...

Die romantische Abendstimmung konnte allerdings nichts trüben.

Und beim abendlichen Rochen füttern, war es ein besonderes Highlight, diese absolut eigenartigen Wesen einmal hautnah zu erleben.
Das war übrigens unser täglicher Weg zum reichhaltigen Frühstücks- und Abendbuffet.
Die Insel ist wirklich wunderschön und wir haben jede Minute Urlaub und Zweisamkeit genossen.

Beim Erkunden der Inselrückseite....
Uli auf der Jagt nach einen kleinen Riffhai.
Vom Blau des Meeres konnte ich einfach nicht genug bekommen...
In dieser Umgebung fiel es wirklich leicht, sich zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.
Und natürlich ging auch dieser Urlaub wieder zu schnell vorbei, aber all die wunderschönen Eindrücke bleiben in unserem ....
Donnerstag, 22.01.2009
Australienurlaub 22.12.2008 - 09.01.2009
Das Jahresende rückte näher, im Sparstrumpf war noch ein bisschen was übrig und da kam uns der Wunsch erneut in den Sinn, ein tolles Sylvester Feuerwerk zu erleben.
Letztes Jahr in Dubai war zwar der Urlaub sehr schön, das Feuerwerk aber eher mickrig und so sollte es dieses Jahr etwas ganz besonderes sein
- Sylvester in Sydney!
Nun gut, nur für eine Nacht hätte es sich nun auch nicht gelohnt, die (nur noch) 13 Stunden von Chennai über Singapore nach Sydney Australien zu fliegen und so planten wir noch ein paar Tage drum herum.
Unsere Reise startete letztlich am 23.12.08 in der fast 2 Milionen Einwohner Stadt Brisbane, an der Ostküste Australiens.
In Brisbane genossen wir erst einmal eine ausgibige Shoppingtour, gingen ins Kino, machten lange Spaziergänge und waren beindruckt, von der der "alt trifft neu"- Architektur.


Mit dem herrlichen Gefühl, zurück in der Zivilisation zu sein, ging es am 25.12. weiter nach Noosa, einem Städtchen an der Sunshine Coast, nördlich von Brisbane und wir ließen erst mal die Seele baumeln...


Ein Tagesausflug führte uns in den Australien Zoo, der von Steve Irwing, dem "Crocodile Hunter" und seiner Familie gegründet wurde.
Ein toller Zoo, in dem man unter anderem Kangaroos und Koalas streicheln darf, Elefanten füttern kann und eine Menge über die heimische Tierwelt lernt.























































Samstag, 20.12.2008
Frohe Festtage und ein tolles 2009!

Auf das neue Jahr 2009 werden wir in Sydney anstoßen und darauf freuen wir uns schon sehr...
Auf Sydney UND aufs neue Jahr!
Wir sind sehr gespannt, was wir 2009 erleben werden dürfen...
und ob sich Uli's Palmblatt bewahrheitet
und ich im nächsten Jahr Zwillinge unter dem Herzen trage! ;-)
Wir wünschen Euch jedenfalls mit aller Kraft und Liebe,
das Eure großen und kleinen Träume wahr werden,
das 2009 Euch Freude, Gesundheit und Glück bescherrt!

Dienstag, 29.07.2008
Ich kommeeeeeeee......
Am 04.08.08 gehts für mich auf Heimaturlaub und nachdem ich Montag Abend um 19.40h in Düsseldorf lande und dann mit dem Zug nach Aachen fahre, werde ich mir dort wohl als erstes einen Döner und ein Früh Kölsch kaufen, und den Abend vor dem deutschen TV Programmm ausklingen lassen!
Am Dienstag steht dann erstmal ein Friseurbesuch auf dem Plan, wie sehr ich mich darauf freue kann sich kaum einer vorstellen...
So lang ich in Deutschland bin, werde ich übrigens unter folgender Rufnummer zu erreichen sein:
0173- 765 92 71
Ab Freitag gehts dann für mich auch Tour durchs Ruhrgebiet, Freunde und Verwandte belästigen.
Mit meiner Schwiegermama werde ich schließlich Köln unsicher machen, die liebe Yvonne komme ich in Opladen besuchen und meine neuen Ärzte in Aachen werde ich auch aufsuchen.
Ich hoffe nur, Uli wird mir recht bald im September folgen können, für 2 Wochen, das auch er mal wieder in den Genuss des "deutschen Lebens" kommt.
Und natürlich werde ich ihn schrecklich vermissen, meinen Schatz!
Aber auch Maria und Frank werden mir fehlen.
Die liebe Maria habe ich hier in Chennai im Supermarkt kennen gelernt, der ausländische bzw deutsche Importartikel (Salami, Sauerkraut, löslicher Zitroneneistee, Heringsfilet in Tomatensoße, Philadelphia Frischkäse.... etc.) führt. Ja, vor dem Stand mit Salami und Schokolade haben wir uns das erste mal getroffen und gleich einen guten Draht gehabt.
Die zwei hängen nun auch längere Zeit beruflich in Chennai fest und es ist schön, sein "Leid" mit jemandem teilen zu können.... Gut, wir leiden nun nicht wirklich, wenn wir unsere Sonntage gemeinsam im Park Hotel verbringen, wo ein pompöses Brunchbuffet aufgetischt wird.. seit wenigen Wochen bieten sie sogar jedesmal ein köstliches SUSHI Buffet dazu an, da verzichte ich sogar freiwillig auf das Dessert!

Von Ulis Collegen und unserem Freund Claudio mussten wir uns inzwischen verabschieden, aber wir sind frohen Mutes, das wir ihn mal wieder sehen, wenn nicht in Indien sicher irgendwann mal in Canada, da wir von seiner Familie sehr herzlich eingeladen wurden.
Chennai lasse ich in diesen Tagen wirklich gern hinter mir, so langsam beginnt auch hier die Regenzeit, wir leiden unter einer Mückenplage und ich sehe bereits aus, als hätte ich eine ernsthafte Hautkrankheit, weil ich mit roten Punkten übersät bin. Dazu kommt, das wir häufig langanhaltene Stromausfälle haben und auch das Internet derzeit nicht konstant läuft.
Also, DEUTSCHLAND ICH KOMME!!!
Für etwa 6 Wochen bin ich ganz dein....
Juhuuuuuuuuuuuuuuu....
Donnerstag, 03.07.2008
Der indische Norden... wo ma schon ma da sinn......
Unser Weg führte uns zuerst (mit 5 Stunden Verspätung, weil ein Flieger von Mumbai getrichen worden war) nach Jaipur.
Unser Hotel, das Jai Mahal Palace Hotel war ein Traum! Es war ein schönes Welcome, das Zimmer war wunderschön und der Service fantastisch.
Jaipur selbst, die s.g. "Pink City" ist eine typische, indische Stadt, mit all dem Verkehr, all dem Müll am Straßenrand und all den heruntergekommenden Häusern. Und doch, irgendwie anders als Chennai.
Hier gab es eine Menge Sehenswürdigkeiten, aus längst vergangenen Zeiten, wie zum Beispiel das Fort, der Citypalace, ein Observatorium etc.
Jaipur ist wirklich eine Reise wert (wenn man sowieso schon mal in Indien ist)


In Jaipur erstanden wir dann auch unser bis dato teuerstes Souvenier. Einen handgeknüpften Baby-Jak- Haar Teppich, den wir in einem staatlichen Laden kaufte, wo man uns versicherte, er sei nicht von Kindern gefertigt worden.

Nach 2 Tagen ging es nun weiter. Ursprünglich sollte es direkt nach Agra gehen, aber da auf dieser Straße eine Stadt lag, in der eine Gruppe namens Gujjar gerade rebelierte, war sie gesperrt und wir mussten den langen Weg über Delhi nehmen und verbrachten 10 Stunden im Auto.
Das war nicht ganz so langweilig, wie es klingen mag, auf dem HIGHWAY gab es eine Menge Sachen zu entdecken und zu bestaunen.

Am späten Abend erreichten wir Agra und gingen gleich nach dem Abendessen schlafen.
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Taj Mahal (um ehrlich zu sein, auch deshalb, weil es in Agra nichts anderes gibt. Agra ist tatsächlich eine besonders vernachlässigte Stadt und extrem schmutzig und verfallen)
Schon auf dem Weg zu dem abgesperrten Vorplatz zum Taj wird man von der geballten Kraft des "Touristen-Ausnehm- Komandos" getroffen. Von allen Seiten wird man angesprochen, es wird einem versucht sämtlichen unnützen Kitsch an zu drehen oder einfach nur um Geld gebettelt.
Am Eingang gibt es dann 2 Kassen, eine für "Inländer" und eine für "Ausländer". Entweder zahlt man umgerechnet 32 Cent oder 12 EUR, in unserem Fall mal 2 also entweder 64 Cent oder 24 EUR.
Tatsächlich sind wir eigentlich in der glücklichen Lage, einen Residentsausweis zu besitzen, mit dem wir bis dato in sämtliche Museen, Ausstellungen, Forts, öffentliche Veranstaltungen etc IMMER nur den indischen Preis zahlen mussten, da wir ja auch in diesem Land unsere Steuern bezahlen und leben.
Aber die staatlichen Angestellten haben sich wohl nun die Mentalität der umliegenden "Touristen-Napper" angeeignet und jede Diskussion war aussichtslos, wir hatten den vollen Preis zu zahlen, da wir nicht in Indien geboren wurden (angeblich).
Außerdem war es nicht gestattet, irgendwas "einzuschleppen", das nicht nach Kamera aussah und so mussten unsere "gefährlichen" Toyvoyager Gäste, ihres Zeichens knuddelige Stofftiere, leider draußen in einem Spint warten.
Von diesen Erfahrungen und dem rüden Verhalten der Türsteher bereits völlig entnervt, bekamen wir schließlich das Taj Mahal zu Gesicht.
Und ehrlich gesagt, es ist ja ganz nett. Aber eins der neuen Weltwunder...mmmmmhh.....
Mir gefällt der Kölner Dom viel besser!


Danch ging es mit einer 4 stündigen Autofahrt weiter nach Delhi für 3 Tage.

Der Hotelpool hatte es uns besonders angestan, da in dem Business Hotel wohl alle ausgeflogen waren und wir ihn ganz für uns hatten.
Einzig der Poolboy fand es glaub ich nicht so witzig, das er nachher das Wasser des halben Pools wieder von der Terasse in das Becken scheppen musste! ;-)


In Delhi selbst gab es eine Menge kulturelles zu erkunden. In der "Natoninal Museum of modern Art" kollidierten wir mit einer Austellung von Joseph Beuys. Hartes Brot.
Einge Mausoleen erinnerten uns ans Taj und das "rote Fort" war wirklich einen Besuch wert.


Als wir durch die Straßen schlürften, bekamen wir auch einen Eindruck von indischen Fleischgeschäften.
.....Mjammi Mjammi.....

Schließlich entflohen wir der Hitze Delhis und flogen mit einer kleinen Propellermaschine ins Himalaya Gebirge.
Wow, der Blick von unserem Hotelzimmer im Ambassador Hotel (sehr empfehlenswert!)in Manali war einfach atemberaubend und die Temperaturen pendelten bei angenehmen 20 grad. Endlich konnte man mal wieder tief durchatmen und die Seele baumeln lassen.

Manali ist beschaulich und in der Gegend sind eine Menge indische Touristen und ausländische Backpacker unterwegs.
Und überall finden sich hinduistische aber auch vor allem buddhistische Temple.
Aufgrund der Nähe zu Tibet, leben in dieser Gegend eine Menge tibetanischer Flüchtlinge in erster und zweiter Generation.

Hier ein Beispiel indischer Ingenieurskunst....
Ein Messerschleifer.....

Ein wenig hatten wir uns gewundert über den süßlichen Geruch, den man über das ganze Tal wahrnehmen konnte, bis wir den Grund entdeckten.
Tatsächlich wachsen rund um Manali and jeder Straßenecke und auf jeder Wiese, eigentlich auf jedem freien Fleckchen wilde Hanfplanzen und nun wussten wir auch, warum die freilaufenden Kühe hier so extrem entspannt wirkten.
Wir wollten nun aber doch ein bisschen Abenteuer genießen und buchten einen Wildwassertrip auf einem der kleinen Flüße, die das Land durchziehen.
Wir hatten wirklich eine Menge Spaß, wurden nass bis auf die Unterwäsche und fanden heraus, das dieser Fluß offensichtlich Gletscher-Schmelzwasser geträngt war, denn jeder Spritzer war bitter kalt. brrrrrrrrrrrrr



Die Landschaft um Manali haben wir sehr genoßen und eine Ausflüge in den 4 Tagen dort gemacht.
Z.B. zum Nagar Castle und zu den Jana Wateralls.



Dann machten wir uns auf den 3 Tage Weg nach Leh, in Staat von Kashmire.
Die erste Etappe führte von Manali nach Keylong, 114km, für die wir ganze 8 Stunden mit dem Auto benötigten.
Zum Einen, weil die Straßen teilweise wirklich schlecht sind, in Deutschland würden wir diese nicht einmal als Feldweg bezeichnen. Man wird was durchgängig durchgerüttelt und geschüttelt, während man die Berg rauf und runter kriecht. Oft sind die Wege auch extrem eng und mal erleidet jedesmal Todesangst, wenn Einem plötzlich einer dieser bunten, kleinen Lastwagen entgegen kommt. Aber glücklicherweise hatten wir einen sehr guten, erfahrenen Autofahrer, der die Aufgabe hervorragend meisterte.

















Haegers goes indian.....
Da ich mich aber nicht selbstständig anziehen kann, wird es wohl auch mein einziger bleiben, den ich zum Anlass einer indischen Hochzeit kaufte.
Die Damen in dem Geschäft waren wirklich sehr freundlich und wickelten mich geduldig darin ein....
Ich fühlte mich doch recht eigenartig und Uli fand, ich sähe auch eigenartig aus....
Wir harcken es mal ab unter "Es war eine Erfahrung"...

Eine andere, besondere Erfahrung war unser Besuch einer Palmblattbibliothek.
Der Legende nach soll der Inder Bhirgu, auch bekannt unter dem Namen Vashista, vor ca. 5.000 Jahren begonnen haben, das Schicksal von zig tausend Personen aufzuzeichnen und der Nachwelt zu erhalten. Damit soll er den Grundstock für die so genannten Palmblattbibliotheken gelegt haben. In ihnen soll das Schicksal jedes Menschen aufgezeichnet sein, der jemals eine dieser Bibliotheken besuchen wird.
Während die beschriebenen Palmblätter den materiellen Grundstock der Bibliotheken bilden, stellt die so genannte Akasha-Chronik ihren spirituellen Hintergrund dar. In Indien und Sri Lanka sind diese Palmblattbibliotheken recht populär und werden vor wichtigen Ereignissen, wie z.B. Eheschließungen, befragt.
Unser Vermieter empfahl uns eine Bibliothek hier in Chennai, die er selbst vor seiner Eheschließung aufgesucht hatte und er versicherte uns, das alles eingetroffen sei, was ihm dort vorher gesagt wurde (Anzahl und Geschlecht der Kinder, beruflicher Werdegang etc.)
Das nüchterne Büro vor Ort wirkte wenig einladend, dafür war uns der s.g. Nardi Reader umso sympathischer, Mr. Gunar.

Zuerst mussten wir beide unseren Daumenabdruck und unser Geburtsdatum abgeben, dann verschwand Mr. Gunar für etwa 15 Minuten und kam schließlich mit einem Bündel schmaler Stechpalmblätter zurück.

Er sagte gleich, das sie mein Blatt wohl nicht vor Ort haben, danach wolle er aber in den nächsten Wochen in anderen Bibliotheken forschen.
Die schmalen Blätter waren beschrifter mit winzig kleinen Schriftzeichen, altes Sanskrit, wie Mr. Gunar uns erklärte. Er began mit einen Singsang und starte seine Befragung um Ulis Blatt in dem Bündel ausfindig zu machen und wir durften auf die Fragen nur mit Ja oder Nein antworten.....
Etwa eine halbe Stunde lang matretierte er uns mit Fragen wie "Heißt deine Frau Lakshmi?", "Heißt du Yakamoto?" etc und ging dabei ein Blatt nach dem anderen durch.... gäääähn.... bis er schließlich fragte: "Heißt deine Mutter Rotsi?"
"Mmmhhh, ja, so ähnlich. Rosi!"
"Und dein Vater heißt Reiner? Deine Frau Mona?"
"Jaaa????!!!"
"Und dein Name ist Ulrich!"
Okay, soweit, so gut, das richtige Blatt hatte er scheinbar gefunden.
Dann begann Mr. Gunar verschiedene Dinge aus der Vergangenheit und der Gegenward vor zu tragen.
Das Uli's Vater Lehrer war und nun in Rente ist, sich aber noch für Uli's kleine Immobilienfirma engagiert.
Das wir vor etwas mehr als einem Jahr geheiratet haben und eine schöne Hochzeit gefeiert haben.
Das Uli einen Bruder und eine Schwester hat.
Das Uli an "Wagen aus Stahl" (Züge?) arbeitet und sie in Betrieb nimmt.
Das ich mal studiert habe, das Studium nicht beendet habe, aber viel Berufserfahrung habe.
Und einige etwas intimere, kleine Geschichten (Ich glaub, ich bekam mächtig rote Ohren!).
Dinge also, die wir ihm definitiv vorher nicht irgendwie verraten haben und die auch kein "Allerweltsprofil" ergaben.
Dann äußerte er sich zu unserer Zukunft.
Wir würden gemeinsam alt werden, Uli würde "82 plus" und wir hätte eine glückliche Beziehung.
Überhaupt sei Uli ein ausgesprochener "LUCKY MAN".
Er sei in einer guten Familie aufgewachsen, gut situiert und er hätte eine gute Frau geheiratet! .....grins..... Er hätte niemals Geldsorgen, auch in Zukunft nicht, aber dafür würde er auch immer hart und fleißig arbeiten.
Seine Frau habe ein kindliches Herz und einen kindlichen Kopf, aber das sei sehr gut und sie würde ihm immer das geben, was er brauche und alles, worum er bitten würde. Wir hätten eine sehr stabile und harmonische Beziehung und Mr.Gunar freute sich sichtlich. Er meinte, er habe selten so ein schönes Palmblatt vor zu tragen, und durch die arrangierten Hochzeiten in Indien käme viele unglückliche Paare zu ihm, die gar nicht zusammen passen würden.
Fürs kommende Jahr verhieß er uns dann eine Schwangerschaft. Zwillinge würden es werden, ein Mädchen und ein Junge. Das Mädchen würde zuerst geboren und käme nach mir, der Junge nach Uli's Vater. Die Schwangerschaft würde Uli noch glücklicher machen, als er ohnehin schon wäre.
Unsere Kinder würden irgendwann mal studieren und ebenfalls zufriedene, glückliche Menschen (das hört man ja gern!)
Eine zeitlang würden wir noch aus beruflichen Gründen in verschiedenen Ländern leben und irgendwann, irgendwo ein Haus kaufen.
Ich werde angeblich erst in 10 Jahren wieder arbeiten.
Uli hätte niemals ensthafte Probleme, nur auf der Arbeit sei es nicht immer einfach, da er innerhalb der nächsten 4 Jahre Neider haben werde, die ihm das Leben schwer machen könnten.
Dafür bot er uns an, das jemand für Uli beten könnte, 96 Tage lang, jeden Tag im Temple, wenn wir dies wünschen (gegen einen kleinen Obolus)und nach 96 Tagen bekäme Uli dann einen Talisman, der unsere ganze Familie schützen würde. Uli willigte ein. Schaden könnte es nicht und zumindest hat man dann einem Inder für 96 Tage einen Job verschafft, war sein Argument.
Sein Vater habe ansonsten auf seine Gesundheit zu achten bezüglich Blutdruck, er könnte im nächsten Jahr Probleme mit dem Herzen bekommen.
Ulis Mama hätte eine Problematik mit dem Rücken,
aber Beide würden uns noch lange erhalten bleiben.
(Auch das hört man doch wirklich gerne!)
Nun, unser Besuch beim Nardi- Reader hat uns etwas verwundert zurück gelassen. Wir wussten beide nicht Recht, was wir nun davon halten sollen. Wir bekamen eine Kassette überreicht, ein Mitschnitt des Nardireadings, das wir es uns noch mal mit Abstand anhören können, denn er hat noch einige andere Dinge erzählt, die ich tatsächlich schon wieder vergessen habe....
Ich denke, spätestens am 31.12.2009 können wir dann sagen, ob Mr.Gunar und seine Palmblätter Recht hatten oder nicht, abhängig davon, ob ich Zwillinge unter meinem Herzen trage.
Bis dahin heißts wohl..... schaun wa ma....
Und ein bisschen freue ich mich jetzt schon, so einen "Lucky Man" geheiratet zu haben! ;-)
Samstag, 21.06.2008
Glücklich in Indien?
Wenn ich anfangs noch glaubte, die Zeit stünde hier still, bin ich nun doch überrascht,
wie schnell die Tage ins Land ziehen, sogar hier.
Niemals zuvor wurde ich so oft mit der Frage konfrontiert : ”Bist du glücklich?” und niemals zuvor musste ich so lange über die Antwort nachdenken. Bin ich glücklich?
Der Alltag in Indien ist beschwerlich, ohne Zweifel.
Da suchst du 3 Wochen nach den passenden Glühbirnen für die Nachttischlampen und witzelst schon, dass es sicher einen extra “Glühbirnenladen” gibt, bis du den kleinen Glühbirnenladen tatsächlich in einer Seitengasse versteckt findest und belustigt aufatmest. In einem deutschen Baumarkt findest du vielleicht nicht immer einen hilfreichen Angestellten, dafür findest du in Deutschland aber immer einen Baumarkt. Und einen Realmarkt… oder zumindest einen Supermarkt, der nicht jeden 2. Tag umgebaut wird und der etwas von korrekter Vorratshaltung versteht. Zu dem du nicht aufbrichst, mit deinem Einkaufszettel alltäglicher Waren und frustriert wieder kommst, weil er nur die Hälfte in den Regalen hatte.
Dann musst du eben warten. Warten, bis der Supermarkt irgendwann Milch, Eier oder Mineralwasser nachbestellt hat. Und du musst warten, bis der Elektriker kommt, um die Klimaanlage im Wohnzimmer zu reparieren. Und du musst warten, bis die Bank es endlich schafft, eine Kontokarte zu liefern. Und du musst warten bis der Lieferant endlich das Trinkwasser bringt. Und du musst warten. Ständig. Immer. Auf Alles und Jeden.
Dabei heißt es doch immer “No problem, maam!” Alles gar kein Problem!
Zeitangaben in Indien sind grundsätzlich “vielleicht, aber eher unwahrscheinlich” -Angaben.
So werden aus 10 Minuten grundsätzlich 1 Stunde.
Aus 1 Stunde grundsätzlich ein halber Tag.
Aus dem Versprechen “morgen” werden 3 Tage und aus “2 days” immer eine Woche.
Du versuchst, dich nicht auf zu regen, weil du es mittlerweile kennst und meistens gelingt es dir, einmal tief ein und aus zu atmen und eine indische Zeitangabe mit einem Lächeln zu quittieren.
An anderen Tagen will dein “deutsches Ich” sich aber nicht so einfach in Geduld üben. Es lässt sich nicht runterschlucken oder verdrängen, es brodelt in dir auf, krabbelt aus deiner Magengegend deine Speiseröhre hinauf, im Handgepäck einen Koffer voll Wut und Frust, legt es sich auf deine Zunge und dein Körper beginnt zu zittern.
“No Problem, maam!”
Ich kann mir gut vorstellen, das für diesen Satz schon mal ein Inder im Affekt erschlagen wurde.
“Lieber Herr Bankangestellter, wir warten nun seit 5 Wochen auf die Partnerbankkarte für mich und auf die Kreditkarte für meinen Mann. Uns wurde schon mehrfach versichert, sie würden in 2 Tagen geschickt. Wo liegt das Problem?”
“No Problem, maam!”
“Na offensichtlich doch, sonst wären die Karten ja da!”
“Mmmh, einem Moment bitte, ich schau mal nach.
-
Mmmmmmh, wir brauchen eine Bestätigung für ihre Adresse!”
“Aber das ist nur eine Partnerkarte für das bestehende Konto meines Mannes. Ihnen liegt eine Kopie des Mietvertrages vor, sie haben eine Kopie meines Reisespasses, meines Visas und sie haben ein Passbild von mir!”
“Ja”
“Ja und? Was wollen sie denn noch?”
“Wir brauchen einen Bestätigung ihrer Adresse!”, antwortet der Bankangestellte seelenruhig und beginnt stoisch in meinem Reisepass zu blättern.
“Dort finden sie keine Adresse!”
“Mmmmmh”
Der Bankangestellte beginnt in dem kleinen, schwarzen, indischen Residentsausweis zu stöbern.
Auf einer Seite wird er schließlich fündig, dort habe ich selbst handschriftlich unsere Adresse in Chennai eingetragen, was in etwa den selben Beweiswert hat, als hätte ich ihm meine Adresse auf einen Stück Kaugummipapier gekritzelt. Aber es scheint die Antwort zu sein, er lässt eine Kopie davon erstellen.
“Wir geben das nun weiter. Dann bekommen sie die Partnerkarte. Wir brauchen noch ein Passfoto.”
“Aber sie haben schon ein Passfoto von mir!”
“Mmmmmh”
“Okay okay, hier haben sie ein zweites! Wie lange dauert es nun?”
“Ich gebe es sofort weiter, ich werde einen Kurier senden mit den Unterlagen!”
“Wir warten nun seit 5 Wochen, wir hätten die Karten dann wirklich gerne Ende der Woche!”
“No Problem, maam!”
Und was ist mit der Kreditkarte für meinen Mann? Da haben sie doch alle Unterlagen gehabt.”
“Mmmmmmh, ich guck mal”
Der Bankangestellte verschwindet für 10 Minuten und kommt dann mit dem selben ausdruckslosen Gesicht zurück.
“Und?”
“Die ist noch nicht da.”
“Und wo ist das Problem? Warum ist sie noch nicht da?”
“No Problem, maam.”
Aaaaaaaah
“Und nun?”
“Ähm, es wird sie jemand heute Nachmittag anrufen und ihnen erklären, was das Problem ist.”
“Also gibt es doch ein Problem!”
“Nein, maam, die Karten werden beide nächste Woche Dienstag geliefert.”
“Nächste Woche Dienstag? Eben hieß es noch Ende der Woche!”
“Die Karten sind in 10 Werktagen fertig!”
“Moment mal, 10 Werktage sind dann aber auch nicht nächste Woche Dienstag, sondern übernächste Woche Dienstag !”
“Mmmmmh”
Und du fühlst, wie dein kleines, “deutsches Ich” immer mehr beginnt zu brodeln, während der Bankangestellte hinter seinem ausdruckslosen Gesicht das riesige Fragezeichen nicht mehr verstecken kann. “Was will die denn noch hier, es ist doch alles gesagt?”
Falls nun irgendwo ein indischer Bankangestellter vermisst wird, ehrlich, ich war es nicht! Aber ich hätte an diesem bestimmten Tag gerne…..
Nun heißt es eben warten, vielleicht kommen die Karten ja noch, bevor wir in 1 ½ Jahren zurück nach Deutschland gehen.
Schließlich kam ja auch irgendwann der Mensch, der unsere Klimaanlage wieder ans laufen brachte.
Wieder an so einem Tag, wo das “deutsche Ich” etwas dünnhäutig war, denn bei 32 Grad im Wohnzimmer ist es schwieriger, sich 10 Tage in Geduld zu üben.
Dafür war er vor Ort recht flink. Auf einem Stuhl stehend werkelte er an der Anlage herum, seine Hände schon schmierig schwarz vom Austausch des Filters, stütze er sich schließlich mit einer Hand an unserer elfenbeinfarbenen Wand ab und hinterließ einen großen, schwarzen Abdruck, so scharf abgezeichnet, das man die Fingerabdrücke für eine Fahndung hätte benutzen können.
“Hey, was ist das? Passen Sie doch bitte auf!”, entfuhr es mich lautstark auf die schwarze Hand an der Wand deutend.
Der Mechaniker musterte den noch feuchten Abdruck, wischte mit dem Finger darüber, sah mich verständnislos an und sagte treuherzig: “Das war ich nicht!”
Das “deutsche Ich” schrie nun laut los: “Neeeeeeein, stimmt ja, das ist unser Tapetenmuster, wir haben ja überall an der Wand schwarze, feuchte Handabdrücke!!! Wollen Sie mich veräppeln?”
Der Mechaniker lächelte irritiert. “No Problem, maam!”
Ich glaube, das ist so ein Standartsatz, den Inder in der Schule lernen. Ich glaube, ihnen wird schon von klein auf beigebracht, wenn sie nicht wissen , was sie sagen sollen, wenn sie sich nicht trauen, die Wahrheit zu sagen, wenn sie gar nicht verstanden haben, worum es geht in einer Unterhaltung, die Phrase “No Problem, maam/sir!” passt auf jede Gelegenheit!
Außerdem scheint es auch einen Leitfaden für Unterhaltungen mit weißen Ausländern zu geben.
Ganz egal, wo in Indien (und wir haben nun von Chennai über Mumbai, bis Jaipur, Agra, Delhi und das Himalya Gebirge schon einige Orte besucht), eine Unterhaltung mit einem Fremden läuft immer gleich ab.
Als Beispiel dient hier 1 zu 1 folgendes Gespräch, das ich unverhofft in Jaipur am Pool führte.
Beziehungsweise, das mit mir geführt wurde.
Zwei indische Damen Mitte 40 kamen auf mich zu, als ich neben meinem Mann auf der Poolliege entspannte.
“Hallo!”
“Hallo!”
“Woher kommst du?”
“Ich komme aus Deutschland, aber ich wohne seit einem Jahr in Chennai.”
“Aha. Arbeitest du?”
“Nein, mein Mann arbeitet dort. Ich bin Hausfrau.”
“Wie alt bist du?”
“27”
“Wie alt ist der?”, mit einer Kopfbewegung auf meinen Mann deutend.
“36”
“Aha.” Kurze Konspiration zwischen den beiden Damen auf Hindi.
“Hast du Kinder?”
“Nein, noch nicht.”
“Wieso nicht?”
“Wir arbeiten noch dran.”
“Was?”
“Wir planen noch. Vielleicht nächstes Jahr!”
“Nächstes Jahr?”
“Ja”
“Aha.” Wieder werden Informationen auf Hindi ausgetauscht.
“Das war eine arrangierte Hochzeit zwischen euch?”
“Nein, eine Liebeshochzeit.”
Das scheint erneut für Gesprächsstoff zu sorgen zwischen den beiden Damen.
“Warst du schon mal in New York?”
“Nein, leider noch nicht.”
“Ich war schon mal in New York!”
“Oh, das war sicher eine tolle Erfahrung!”
“Ja.”
Betretenes Schweigen.
“Tschüß!”
“Ja, Auf Wiedersehen!”
Eine typische Unterhaltung mit fremden Inderinnen, wobei ich glaube, das Verhöre bei der Polizei nicht viel anders ablaufen können. Mein Mann erlebt ähnliches mit Indern, nur das sie dann zusätzlich fragen, was er arbeitet und wie viel er verdient.
Je nachdem wie das Gespräch dann von den Indern interpretiert wurde, hat man einen neuen “besten Freund“, oder eben nicht. Es ist sehr schwer für mich nach zu vollziehen, was der ausschlaggebende Faktor ist, aber meistens macht man eine Menge, “neuer, bester Freunde”., vermutlich allein wegen der weißen Hautfarbe.
Grundsätzlich ist Indien also das ideale Land um seine eigene Geduld auf eine harte Probe zu stellen und zu üben. Man müsste nun davon ausgehen können, das Inder auch das geduldigste Volk der Welt seien, da hat man aber weit gefehlt.
Zu einer wahren Massenpanik kommt es fast, wenn es heißt, man muss sich irgendwo anstellen. Sei es an der Supermarktkasse, wo sich grundsätzlich einfach jemand vor dich stellt, selbst, wenn der Kassierer schon begonnen hat, deine ausgesuchten Waren im System zu suchen, sei es am Eingang zum Kino, wo man sich fühlt, wie in der 1. Reihe eines Boyband Popkonzertes, weil man derart gequetscht wird oder z.B. beim Security Check am Flughafen.
In der extra Reihe für Frauen wird gerne mal geschubst und gedrückt, was das Zeug hält, selbst wenn der Flieger erst in 1 ½ Stunden abheben soll.
Im Flugzeug selbst wird das ganze Maß der indischen Ungeduld dann erst richtig deutlich.
Kaum hat das Flugzeug abgehoben für seinen Kurzflug von Chennai nach Mumbai, springen die Inder schon auf von ihren Sitzen. Da werden Plätze getauscht mit Verwandten und Bekannten, unablässig wird zur Toilette gerannt und sich an den Stewardessen mit ihren Rollwägelchen vorbeigequetscht, es werden sich mal eben die Beine vertreten oder das Bordpersonal wird zum fünften Mal gerufen, um dies oder jenes zu bringen.
Kaum ist der Flieger dann im Landeanflug, keimt erneut Unruhe auf und sobald die Räder das Rollfeld berühren, springen auch schon die ersten Inder von ihren Plätzen und kramen nach ihrem zahlreichen Handgepäck, das sie sich unter den Arm klemmen und fortan mit allen anderen dicht gedrängt im Gang stehen und kaum abwarten können, bis sich die Tür des Flugzeuges öffnet.
Da ertönen duzende Handys, die gleich nach Landung wieder eingeschaltet werden und die Stewardessen bemühen sich jedes Mal erfolglos darum, zu erklären, das man bitte sitzen bleiben solle, bis die “Anschnall- Warnleuchte” ausgeschaltet ist und das Flugzeug zum Stillstand kommt.
Zurück zu der Frage, ob ich glücklich bin, in Indien.
Auf jeden Fall fühle ich mich gesegnet.
Ich fühle mich gesegnet, denn ich habe alles, was ich zum Leben benötige und noch viel mehr.
Ich überaus zufrieden, wenn ich in dem einzigen Supermarkt, der Importartikel führt, eine deutsche Salami oder Sauerkraut kaufen kann, wenn wir Sonntags Mittags im chicen Park Hotel mit Freunden zusammen sitzen, Brunchen, guten Wein und gute Unterhaltungen genießen, und wenn wir das EM Spiel der deutschen Fußball Mannschaft live im Fernsehen verfolgen können.
Ich bin zufrieden an Tagen, wo wir mal keine länger andauernden Stromausfälle haben, ich eine liebe Email von Familie oder Freunden aus der Heimat erhalte, die uns nicht vergessen, trotz der Entfernung und ich genieße den Luxus, im Paradies für Handtaschen-Shopping zu leben.
Ja, ich fühle mich gesegnet, den vielen, vermeintlich kleinen Dingen im Leben dankbar Anerkennung widmen zu können; all die Selbsverständlichkeiten, die man in Deutschland hat, manchmal sehnsüchtig aber mit sehr viel mehr Anerkennung entgegen zu blicken
Und ja, ich fühle mich gesegnet, einen tollen Partner an meiner Seite zu wissen, der mit mir alle Eindrücke teilt, mit dem ich es schaffe, das kleine, sich aufregende “deutsche Ich” im Zaun zu halten und auch mal herzlich darüber lachen zu können, wenn uns ein Inder wieder verspricht “No Problem, maam!”.
Ja, danke der Nachfrage, ich bin glücklich!
Ich bin ein glücklicher, gesegneter, dankbarer Mensch und ich liebe mein Leben, genau so, wie es ist und ich freue mich auf das, was noch kommt.
Mittwoch, 02.04.2008
Entspannungstherapie
Und welch Überraschung, das Ideal Beach Resort war wirklich großartig! Das Hotel hat ein Stück "Privatstrand" vor der Haustür, an dem ein paar Palem Schatten spenden und man in Hängematten nicht nur Körper, sondern auch die Seele baumeln lassen kann. Es war etwa 33 Grad warm, doch eine angenehme Meeresbrise stimmte uns entspannt und zufrieden... jaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhh.... So letzt sich das Leben in Indien wirklich genießen....



Die Welle waren auch wirklich umwerfend ... schön...
Vorher...

Kurz danach...

Okay, "Privatstrand" war wohl ein bisschen übertrieben... einige Passanten gab es dann doch...


Aber dieses Bild wird uns hoffentlich noch ein wenig in Gedanken haften bleiben...

Am Sonntag machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Mamalapuram und besuchten ein paar interessante Felsentempel und -höhlen.
Dort begegneten wir dann auch dem s.g."Krishnas Butter Ball"

Up to date....
Es hatte sich definitiv keine Langeweile breit gemacht und nachdem Familie Schumann nach einer Woche in Chennai wieder abgereist war, kam auch schon bald die Ehefrau von Ulis Arbeitskollegen Dogan (oder eigentlich Köksal wie wir nun gelernt haben), Nilgün zu Besuch... Wir "Weiber" hatten ein paar wirklich schöne Tage, haben viel gequatscht, geshoppt, gelacht und auch einen interessanten Ausflug an den Teil des Strandes gemacht, der von einer Fischerkolonie gesäumt wird.
Fischer gehören zu den ärmsten Einwohner Chennais.
Nach dem Tsunami bekamen sie zwar ein paar Finanzspritzen für neue Boote, allerdings haben nun mehr Männer als zuvor ein Fischerkahn, weshalb es für die einzelnen schwieriger geworden ist, genug Fisch zu fangen und zudem sind sie gezwungen, ihn noch billiger zu verkaufen. SO hat jede Medaille 2 Seiten....
Nilgün mit ein paar plauderfreudigen Passanten

Impressionen vom Fischerstrand....

Dienstag, 01.04.2008
Sneha!
Familie Schumann haben wir gleich ins Herz geschlossen, als sie vor wenigen Wochen aus Aachen in Chennai zu Besuch waren, um ihre kleine Tochter heim zu holen.
Ihr Lieben, wir denken oft an euch und hoffen Sneha lebt sich gut und schnell in ihrer neuen Heimat ein.
